Unsere Herz Jesu Bläser

(von Sebastian Biswanger)

In Herz Jesu gab es lange Jahre keine eigene Bläsergruppe. Zu bestimmten Anlässen, z.B. Fronleichnam oder Volkstrauertag, versuchten der erste Organist Hans Ospalek und nach meiner Rückkehr als Lehrer ich selber oft mit Mühe, aus befreundeten Musikern ein Bläserquartett zusammenzustellen. Vor nunmehr 25 Jahren besuchten mein Sohn Stefan und noch einige weitere Burschen aus der Pfarrei Trompetenunterricht bei privaten Musiklehrern. Bald probte ich mit ihnen in meinem Keller Choräle und einfache Kirchenmusik, bis wir dann schließlich an Ostern erstmals den Festgottesdienst gestalten konnten. Stolz erfüllte uns nach erfolgreichem Einsatz. Die Noten mußte ich mit der Hand schreiben, da es zum damals neu eingeführten Vorläufer des geplanten "Gotteslob" keine Bläsersätze gab. Um ein Fundament für die hohen Trompetenstimmen zu gewinnen, versuchte ich auf einer ausgemusterten Tuba eines Tiroler Schützencorps das Baßspielen zu erlernen, was bei dem erforderlichen Umstieg auf ein so weites "Mundstück" gar nicht so leicht war. Nach und nach gesellten sich uns neue Mitglieder verschiedenen Alters zu, bis unsere Besetzung einen Höchststand von 14 Bläsern erreichte. Leider verloren wir unseren Tubisten Toni Raith, später unseren Posaunisten und gefühlvollen "Einspieler" auf der Orgelbank, Helmut Karg sowie Fritz Wilhelm (Tuba und Baßposaune). Sie haben gewiß durch ihre Spielfreude und Spielkunst, nicht zuletzt aber durch Humor und echtes "Musikantentum" die Kirchenmusik im bairischen Himmel bereichert. Derzeit spielen in der "Bläsergruppe der Pfarrei Herz Jesu" (für Insider in der "Herz-Jesu-Bläser-Blas`n"): Stefan Biswanger, Wolfgang Gaul, Markus und Josef Bauch, Peter Gahn, Klaus Duschinger (alle Trompete), Helmut Helfer (Althorn), Josef Krammel (Baßtrompete und Tenorhorn), Franz Oberbauer (Baß- und Tenorposaune), Franz Stadler (Tuba und Bariton), Sebastian Biswanger (Baßtrompete und Althorn, Leitung). Unser Spiel ist in erster Linie "Kirchendienst" an der Heimatpfarrei Herz-Jesu, in der wir die verschiedenen liturgischen Anlässe das ganze Jahr hindurch mitgestalten. Daneben gehören wir der wiederbelebten Zunft der "Ingolstädter Pfeifturmbläser" an, wodurch unser Repertoire mit historischer Turmmusik erheblich erweitert wird. Das Turmblasen den Sommer über, der Christkindlmarkt und das Adventanblasen in St. Moritz sind angenehme Daueraufgaben. Einen Schwerpunkt bilden auch die alpenländischen Weisen, mit denen wir unter anderem die Bergmessen der Pfarrei, das Neujahrsanblasen mit der FFW Haunwöhr und die Christmette gestalten. Mit überlieferter Volksmusik aus unserer Gegend tragen wir zum Gelingen geselliger Stunden beim Pfarrfest oder bei Tanzabenden bei. Ein "Schmankerl" besonderer Art ist unsere "Rhythmusmesse", mit der wir mit selbst arrangierten Spirituals und Jazzballaden im "Big-Band-Sound" vor allem bei Jugendgottesdiensten oder Hochzeiten aufspielen. Besondere "Highlights" (um im Trend der Zeit zu bleiben) waren ein Wochenende im sächsischen Annaberg mit einem Kirchenkonzert in der dortigen Basilika, ein Wochenende beim Almabtrieb in Sölden, die Gestaltung von Ludwig Thomas "Heilige Nacht" zusammen mit den "Schanzer Donau-Kosaken" im Festsaal des Stadttheaters und die Mitwirkung bei der "Serenade" aller Pfeifturmbläser in der Anatomie zur 750-Jahr-Feier der Stadt Ingolstadt, ein beeindruckendes Erlebnis für uns Bläser, aber auch für die vielen Besucher. Im Vorjahr zeigten wir in unserer Herz-Jesu-Kirche am Sonntag "Gaudete" in einem Adventskonzert die ganze Bandbreite unserer Bläserliteratur. Dabei wirkten auch Soloposaunist Michael Neufanger und unser, wegen seines kunstvollen Orgelspiels, geschätzter Reiner Leng mit. Die in vielen Jahren gewachsene Gemeinschaft von Leuten ganz verschiedenen Alters, verschiedener Berufe und Hobbys muß doch etwas Besonderes an sich haben, um solange Bestand zu haben. Traditionen wie das Winterwochenende in der Jachenau, das Familienessen im November oder der Besuch in Ausburg zur Eröffnung des Christkindlmarktes - jeweils mit "Kind und Kegel" - fördern den Zusammenhalt. Die offene, kooperative Planung im Liturgieausschuß, besonders aber die Freiheit und das Vertrauen, die uns im Rahmen der liturgischen Vorhaben von unserem Gemeindepfarrer Stephan Neufanger gewährt werden, die stets offene Tür und freundliche Aufnahme in Pfarrhaus und Pfarrbüro, die freundliche Gesinnung von Seiten des Pfarrgemeinderates und der Kirchgänger helfen uns, unseren Beitrag zum Gemeindeleben nicht als Pflicht, sondern als persönliche Bereicherung zu empfinden.

(von Sebastian Biswanger)

 


Erstellt von: Sebastian Wild
Aktualisiert am: 06.03.02